1. Preis; Copyright Entwurf: pussert kosch architekten PartGmbB BDA, Dresden

Hochbaulicher Realisierungswettbewerb »Neubau Rettungswache Burscheid« im Rheinisch-Bergischen Kreis

 

Klare Strukturen und schlüssige Raumfolgen der Funktionsbereiche im Inneren und im Außenbereich sollen die Orientierbarkeit und den reibungslosen Ablauf der alltäglichen Aufgaben der Rettungskräfte sicherstellen.

 

Wesentliche Voraussetzung für eine funktionale Rettungswache ist die Qualität des architektonischen Gesamtkonzeptes. Daher wurde innerhalb des Realisierungswettbewerbes neben dem Fokus auf die Funktionalität, ein Erscheinungsbild erwartet, das sich selbstbewusst in seinem Umfeld behauptet und identitätsstiftend ist. Dabei galt es, Material-, Licht- und Farbgestaltung so umzusetzen, dass einerseits die Wahrnehmung der Wache von außen her, als auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden ihre notwendige Aufmerksamkeit erhalten. Aufgrund der unzureichenden Arbeitsbedingungen im derzeitigen Interimsgebäude der Rettungswache Burscheid besteht dringender Bedarf für den Neubau der Wache. Das Raum- und Funktionsprogramm unterteilt sich in die Nutzungsbereiche Rettungswache und den Standort der Kreiseinheit Information- und Kommunikation (IuK). Diese sind jeweils für sich in eigene Funktionsbereiche untergliedert, die jedoch zugleich räumliche und nutzungsspezifische Zusammenhänge aufweisen. Für die Rettungswache sind insgesamt ca. 1.120 qm Nutzungsfläche vorgesehen und für das IuK ca. 720 qm.

Das Wettbewerbsgrundstück liegt in einem heterogenen, teilweise unstrukturierten Gewerbegebiet. In dieser städtebaulich wenig geordneten Umgebung soll sich der Baukörper eigenständig und überzeugend behaupten können.

Im Rahmen des Gestaltungskonzepts wird eine Lösung erwartet, die sich den topografischen Gegebenheiten des Wettbewerbsgrundstücks anpasst und dabei auf die zunehmende Herausforderung von Starkregenereignissen reagiert. Da die Planung von versiegelten Flächen ein wesentlicher Bestandteil der Planungsaufgabe ist, gilt es, den Versiegelungsgrad so gering wie möglich zu halten und die nicht versiegelten Flächen mit einer möglichst intensiven und biodiversen Begrünung zu versehen. Darüber hinaus sollten Maßnahmen zur Anpassung an Klimafolgen wie Überflutungs- und Hitzeschutz im Entwurfskonzept berücksichtigt werden. Zudem war für die Ausloberin die Wirtschaftlichkeit in der Bauphase, im Betrieb und in der Instandhaltung von Bedeutung. So sollten sich die baulichen Lösungen nicht am Maßstab des technisch Machbaren orientieren, sondern daran, was wirklich notwendig und damit ökonomisch vertretbar ist. Laut Jury-Urteil hat der Siegerentwurf von pussert kosch architekten PartGmbB BDA aus Dresden für diese Art der komplexen Aufgabenstellung einen wertvollen Beitrag geliefert. Sowohl durch ihre städtebauliche Setzung als auch durch ihre klare innenräumliche Struktur konnte die Arbeit überzeugen.

PROJEKTINFOS
Projektadresse: Zwischen Industriestraße und der Straße Massiefen, westlicher Zentrumsbereich, Burscheid
Ausloberin: Rheinisch-Bergische Kreis (RBK)
Verfahrensart: Nicht offener, einphasiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb
Verfahrensstand: abgeschlossen
Anzahl der Teilnehmenden: mit 15 Teilnehmenden nach RPW 2013 im Rahmen der VgV
Preisgericht: 2026


1. Preis: pussert kosch architekten PartGmbB BDA, Dresden
2. Preis: TILLOKAA - Architecture and Urbanism Schumacher Görg Architekten PartmbB, Berlin
3. Preis: Auernhammer Wohlrab Architektur Architekten & Stadtplaner PartGmbB, München
Anerkennung: SCOPE Architekten GmbH, Stuttgart


Modellfotografie: ICONWORX für postwelters + partner